Die Entstehung des Franziskushofes
....................................................................................................................................................................................................
Die Entstehung des Franziskushofes wurde nicht geplant.
Susanne Häger und ich arbeiteten in einer Behinderteneinrichtung, wo wir uns beide, unabhängig voneinander, um obdachlose Katzen kümmerten. Die 20 Katzen hatten kein Zuhause, vermehrten sich unkontrolliert und deren Nachwuchs verwahrloste und starb zu 90%. Auf eigene Kosten haben wir diese Tiere kastrieren, entwurmen und impfen lassen. Auch die Fütterung übernahmen wir vollständig. Alle diese Bemühungen stießen nicht gerade auf das Wohlwollen unserer Arbeitskollegen. Schon die Bitte um eine Tierarztfahrt (wir waren gerade im Dienst und konnten somit nicht sofort einem verletzten Tier helfen) wurde oft abgelehnt mit der Begründung: Die Natur hilft sich selber, was immer das auch heißen sollte; vermutlich den Tod des Tieres. Außerdem vertrat man allgemein die Ansicht, dass Frau Häger und ich sowieso verrückt seien.
Über ein Elend lebendiger Wesen hinwegzuschauen konnten wir nicht, also blieb alles auf unseren Schultern liegen. Einen Beruf, der den vollen Einsatz von uns forderte, Fütterung der Katzen, Tierarztfahrten, Abholdienste von Unfalltieren, und Zuhause warteten unsere privaten Tiere auf ihre Versorgung.
Unsere sowieso schon schwierige Lage verstärkte sich noch, als wir erfuhren, dass unserer behinderten Frauengruppe ein Umzug in andere Wohnräumlichkeiten, die ca. 8 km entfernt waren, bevorstand. Die alten Gebäude, in denen die Katzen bis zu diesem Zeitpunkt Unterschlupf fanden, sollten saniert werden. Somit verloren die Katzen ihr Dach über den Kopf. Wir wandten uns an 3 Tierheime in unserer Umgebung; leider konnten die Katzen aus folgenden Gründen nicht angenommen werden:
Die Katzen waren scheu und somit nicht vermittelbar
Niemand wollte für einen Daueraufenthalt im Tierheim aufkommen.
Sie würden die Plätze für zahme Katzen blockieren
Es war Ende November 1987. Der Winter näherte sich mit Riesenschritten, und wir mussten eine Entscheidung treffen. Susanne Häger entschloss sich, mit in meine Wohnung zu ziehen, da sie größer war. Wir haben alle Katzen eingefangen und in unserer Wohnung mitgenommen. Alle guten Ermahnungen, dass die Tiere die Wände hochspringen, Gardinen herunterreißen und Dekorationen zerstören würden, trafen nicht zu. Da die Gruppe sich schon von draußen gut kannte, entstand kein Stress. Erst versteckten sich die Katzen unter Schränken und Betten. Nachdem sie jedoch merkten, dass wir ihnen nichts tun, sie nicht mit Gewalt zahm bekommen wollten und sie in Ruhe ließen, in dieser Zeit keine Besucher empfingen, fingen sie an, sich wohl zu fühlen, indem sie entspannt auf Couchen, Betten und Sesseln lagen. Uns war jedoch klar, dass die Katzen Auslauf haben müssten.
Erst jetzt wurde uns beiden bewusst, dass wir den ersten Schritt im Tierschutz gegangen waren. Jetzt fielen uns auch die gravierenden Veränderungen auf, die um uns stattfanden. Nach und nach kehrten uns unsere Bekannten und Freunde den Rücken zu. Solange wir ein konventionelles Leben führten, waren wir in der Gesellschaf akzeptabel. Für Außenseiter und Gegenschwimmer gab es keinen Platz, sei es aus Angst, dass man vielleicht auch zu Mithilfe mit einbezogen würde, oder dass man finanziell mit einspringen müsste. Den letzten Strich unter diese Freundschaften haben wir gezogen, nachdem wir ein kleines Kapuzineräffchen in einem Zoogeschäft entdeckten, dass dort 13 Jahre lang in einem winzigen Käfig gehalten wurde. Da wir selbst finanziell nicht imstande waren, es freizukaufen, baten wir alle Menschen, die wir kannten, um finanzielle Unterstützung, die jedoch ausblieb. Hilfe bekamen wir von fremden Menschen.
Unsere Probleme wurden immer größer. Es hatte sich mittlerweile herumgesprochen, dass im Kalletal 2 Frauen leben, die obdachlose Katzen aufnehmen. So fanden wir immer öfter Kisten mit Katzen vor unserer Tür. Auch Unfalltiere wurden uns gebracht oder per Anruf gemeldet, dass irgendwo eine Katze an der Strasse liegen würde. Unsere finanzielle Situation wurde immer brisanter. Unsere 2 Gehälter reichten nicht, um unsere mittlerweile 40 Katzen zu versorgen. Auch wurde der Platz immer knapper. So entschlossen wir uns 1990 ein Haus mit Grundstück auf Hypothekenbasis zu kaufen. Es sollte alleine liegen und wenigstens 10.000 qm dazugehören. So nannten wir das Haus im Kalletal, Echternhagen 13, unser eigen. Der Anfang im Franziskushof war mehr als katastrophal. Renovierungen wurden über Kredite gedeckt, 4.000 qm Land mussten wir verkaufen, da der einzige, das ganze Haus erwärmende, Ofen kaputtging. Aus dem Erlös konnten wir einen neuen kaufen.
Um weiterhin den Hof halten und obdachlosen Tieren helfen zu können, gründeten wir unseren Tierschutzverein.
Die Werbung um Mitglieder ging nur langsam voran, so dass unsere Eltern die Finanzierung für Lebensmittel, Heizung und Strom übernahmen. Unser Arbeitstag dauerte 15-17 Stunden. Eine dauerhafte Erschöpfung machte sich immer öfter bemerkbar. Um Erfahrungen im In- und Ausland zu sammeln, wurden Kontakte zu vielen Tierschutzvereinen geknüpft. Dabei hat sich herauskristallisiert, dass alte, behinderte und verhaltensgestörte Tiere die wenigsten Chancen haben, ein vorübergehendes und dann ein endgültiges Zuhause zu finden.
Im Laufe der Jahre wurde der Franziskushof unter anderem Zufluchtsort für diese Gruppe von Tieren. Im Laufe der Jahre wuchs der Verein; wir bekamen Mitglieder und Paten. Wir lernten wunderbare, selbstlose Menschen kennen, die uns den Verlust unserer Pseudofreunde nicht nur ersetzten, sondern unser Leben bereicherten durch Ihre Bereitschaft zu helfen, indem sie Tiere in Pflege nahmen, ehrenamtlich mitwirkten, zu Sponsoren wurden und uns Kraft gaben zum Weitermachen. Der Franziskushof verdankt allen diesen Menschen seine Existenz. Wir wurden über die Medien; unsere Zeitung Ein Weg der Hoffnung und durch Mundpropaganda immer bekannter. Immer mehr Privatmenschen wie auch Vereine schöpften auch aus unserer Erfahrung über die Gruppenhaltung von Hunden, über alternative Wege in der Heilung der Tiere. Nicht alles verlief immer harmonisch im Verein. Bei manchen Menschen spielte die Profitierung eine größere Rolle als die Sorge um die Tiere selbst. Von solchen Menschen haben wir uns getrennt.
17 Jahre Tierschutzarbeit nagte auch an unserer Gesundheit. Zurückblickend würden wir jedoch genauso entscheiden. Von den Tieren, denen wir ein neues Zuhause ermöglichen konnten, haben wir Bedeutendes gelernt: Grenzenloses Lieben; das Vertrauen; Bereitschaf zu verzichten; Treue; Wahrheit, denn die Tiere können nicht lügen. Fazit: MUT, dass scheinbar Unmögliche zu wagen; es lohnt sich, denn der Gewinn ist nicht nur Frust, Schweiß und Enttäuschungen, sondern die Dankbarkeit der Tiere, die innere Zufriedenheit, dass man nicht umsonst gelebt hat; die Dankbarkeit, Menschen begegnet zu sein, die das alles ermöglicht haben.
Wir sind allen den Menschen dankbar, die den Franziskushof auf seinen Wegen begleitet haben, mitgeholfen haben, dass er so gewachsen ist und so vielen bedürftigen Tieren und Menschen helfen konnte. Ohne diese wunderbaren Menschen könnte der Franziskushof nicht existieren.
Liebe Leser unserer Internet-Seite, wir laden Sie alle herzlichst ein, sei es, um ein Tier bei uns zu finden, eine Patenschaft zu übernehmen, um Mitglied zu werden oder um uns einfach zu besuchen.
Marianne Danyluk
Gegründet wurde der Verein 1990!
....................................................................................................................................................................................................
Der Verein führt den Namen: "Franziskushof e.V." und ist im Vereinsregister eingetragen.
Die Ziele unseres Vereins sind in § 2 der Satzung festgeschrieben:
Der Verein "Franziskushof e.V." ist eine aus ideellen Motiven getragene Vereinigung von Bürgern. Er setzt sich zur Aufgabe, den Tierschutzgedanken zu vertreten und Tieren in Notsituationen zu helfen. Eine Verpflichtung zur Aufnahme von Tieren besteht nur in dem Umfang, wie eine artgerechte Haltung in den vorhandenen oder zu schaffenden Anlagen gewährleistet ist.
Unser Vorstand ist zuletzt am 29. April 2001 für einen Zeitraum von fünf Jahren gewählt worden. Bedingt durch den Rücktritt von Claudia Pawlitzky vom Posten der Schriftführerin wurde in der Jahreshauptversammlung vom 26. Mai 2002 der Posten der Schriftführerin neu besetzt.
Der Vorstand besteht zur Zeit aus:
• Marianne Danyluk - 1. Vorsitzende
• Susanne Häger - 2. Vorsitzende
• Dolores Schneider - Schatzmeisterin
• Susanne Breitenbach - Schriftführerin
Unsere Mitglieder und Paten: (Stand Janua 2010) -
Aktuell hat unser Verein zur Zeit ca.468 Mitglieder sowie 321 Patenschaften.
Unsere Vereinssatzung wird jedem Mitglied auf Wunsch zugestellt.
Mitgliedschaft:
Jahresbeitrag Mitgliedschaft = 32,00 bzw. 16,00 seit 01.01.2003 und ist möglichst bis zum 1. März eines jeden Jahres für das laufende Jahr zu entrichten (§ 12 der Satzung).
Unsere Mitgliedersammlung wird einmal im Kalenderjahr einberufen. Diese sollte möglichst im ersten Vierteljahr stattfinden. Der Termin für die nächste Mitgliederversammlung wird rechtzeitig bekannt gegeben. Anträge auf Mitgliedschaft finden Sie in unserem Formular oder in unserer Vereinszeitung. Einfach ausfüllen und zu uns schicken.
Patenschaften:
Eine große Hilfe ist eine Patenschaft für einen Tierheimbewohner. Jeder Pate entscheidet selbst, welchen monatlichen Patenschaftsbeitrag er entrichten will. Mehr zum Thema Patenschaft: "Wie kann man helfen"
Unsere Schützlinge:
ca. 40 Hunde (werden vermittelt)
ca. 80 Katzen (werden vermittelt)
6 Affen (werden nicht vermittelt)
wir tragen zusätzlich die Kosten für 5 Schweine, die auf einer Pflegestelle sind.
Vereinszeitung:
Einmal im Jahr, wenn es die Finanzen erlauben, kommt unsere Vereinszeitung raus. Diese wird dann an alle Mitglieder verschickt
Oft ist Nachfrage für ältere Exemplare da, leider sind die Zeitungen gleich vergriffen und ein Nachdruck ist aus Kostengründen nicht möglich.