Was bedeutet eine Pflegestelle? Sich als Pflegestelle anzubieten, bedeutet für viele Tiere die Möglichkeit für eine gewisse Zeit ein geborgenes Zuhause gefunden zu haben. Viele Tiere können aufgrund gewisser Verordnungen (wir dürfen nur eine gewisse Anzahl an Tieren aufnehmen) nicht bei uns unterkommen. Auch Tierheime sind meist völlig überfüllt und auch wenn diese die Tiere zwar annehmen müssen, so können die Tierpfleger kaum jedem Tier die erforderliche Aufmerksamkeit schenken. Viele Tiere haben traurige und grausame Erlebnisse hinter sich. Bei liebevoller Pflege und Aufmerksamkeit werden so genannte Problemfälle oft zu gehörigen, verspielten Familienhunde oder Katzen.
Ein Pflegetier zu haben bedeutet natürlich auch eine zusätzliche Finanzielle und Zeitliche Belastung. Die Kosten die einem entstehen (Fressen, evt. Spielzeug, Decken u.s.w.) werden nicht von uns erstattet (nicht weil wir dieses nicht möchten, sondern weil wir nicht können). Die Tierarztkosten trägt, wenn die finanziellen Mitteln gegeben sind und es zulassen, der Tierschutzverein Franziskushof. Jedoch hält sich die finanzielle Belastung im Rahmen. Meist haben die Pflegestellen schon ein Tier oder zumindest eines gehabt und somit sind einige der notwendigen Dinge schon vorhanden. Die zeitliche Belastung ist natürlich eine Frage der Notwendigkeit. Hunde brauchen z. Bsp. viel Auslauf, hat man schon ein Hund, so geht man eben mit zwei Hunden Gassi. Allerdings erfordert das beim spazieren gehen auch doppelte Aufmerksamkeit. Auch beim schmusen und spielen darf keines der Tiere zu kurz kommen. Die Verträglichkeit unter den Tieren muss ebenso gegeben sein. Die Erfahrung hat allerdings gebracht, dass dies meist das geringste Problem darstellt.
Das Pflegetier ist nur für eine bestimmte Zeit bei der Pflegestelle. Zusammen (wir und auch die Pflegestelle) ist man selbstverständlich bemüht so schnell wie möglich ein langfristiges Zuhause zu finden. Das bedeutet, dass man sich nach einiger Zeit wieder von dem Tier trennen muss, das man doch ganz bestimmt lieb gewonnen hat. Diese Erfahrung ist sehr schmerzlich, aber die Zuversicht, dass das Tier ein gutes Zuhause gefunden hat, hilft einem über den Verlust hinweg. Natürlich besteht in den meisten Fällen die Möglichkeit noch Kontakt zu den Personen zu halten, die dem Tier ein Zuhause gegeben haben. Oft wird dieses begrüßt, da manchmal zu gewissen Verhalten von den Tieren Fragen beantwortet werden können oder die Pflegestelle gewisse Tipps im Umgang zu dem Tier geben können.
Wo das Tier hinkommt wird genaustens geprüft. Die Pflegestelle ist nicht berechtigt, das Tier einfach wegzugeben. Hat die Pflegestelle einen Interessenten gefunden, so müssen sich beide mit uns in Verbindung setzten. Die Personen, die das Tier bei sich aufnehmen möchten, müssen die Bedingungen (s. Tiervermittlung) erfüllen können und diese dann in einem Vertrag unterzeichnen. Eine Nachkontrolle wird selbstverständlich auch bei dem neuem Zuhause durchgeführt.
Nicht selten kommt es vor, dass die Pflegestelle das Tier bei sich behalten möchte, verständlich, da man so ein Tier mit der Zeit sehr lieb gewinnt. Natürlich ist dies Möglich. Es ist nur schade für ein anderes Tier, das einen Pflegeplatz dringend nötig hat. Die Anzahl der möglichen Haustiere ist jedoch meistens begrenzt, da man den Tieren sonst nicht mehr genügend Aufmerksamkeit schenken kann.
Wir möchten allen Menschen danken, die sich als Pflegestelle zu Verfügung stellen. Wir wissen um die Energie und die finanziellen Belastungen, die es benötigt eine solche Verantwortung auf sich zu nehmen. Aber mit der Zuversicht, dass wieder ein Tier ein schönes Zuhause gefunden hat, und dieses Tier nicht mehr leiden muss, wird diese Verantwortung gerechtfertigt und erleichtert.
Danke zu sagen ist die geringste aller Tugenden - Undank zu empfinden die größte Untugend. Unsere Tiere können es nicht in der menschlichen Sprache, aber wir wissen, dass diese so empfinden, darum tun wir es für sie.
- Danke ! -